fake or feint

noname.jpegich qoute einfach mal den Newsletter, das scheint ziemlich interessant zu werden:

fake or feint
Montag, den 9. , 16. & 23. März, jeweils 20h, Kino Arsenal 1

kuratiertes von Elena Zanichelli & Jörg Franzbecker Filmprogramm

… ist ein siebenmonatiges Ausstellungsprojekt am Alexanderplatz, dessen fünf Ausstellungen von der Politik der Oberfläche und der Markierung als Intervention handeln. In unterschiedlicher Weise verfolgen KünstlerInnen hierbei Formen der Markierung auf Feldern wie Stadtraum, Genderpolitik, Körperinszenierung, Clubkultur und Sprache. Das von Elena Zanichelli und Jörg Franzbecker kuratierte Filmprogramm erweitert den Ausstellungsrahmen durch Videoarbeiten, Spiel- und Kurzfilme, die die Konstruiertheit solcher Formen visualisieren. Der Blick richtet sich auf Markierungen, wie sie durch taktisch eingesetzte Störmomente, Verfremdungen sowie narrative Brüche hervorgerufen werden können. Die Beiträge zeigen u.a. die Unbestimmtheit im Begehren ihrer Charaktere (9.3.); sie spielen mit Irritationen und Täuschungsmanövern (16.3.); sie changieren zwischen jüngsten Praktiken des Reenactments von Szenen der Filmgeschichte und früheren Reaktionen auf den Illusionismus Hollywoods (23.3.).

Programm 1: Montag, 9.03.2009, 20:00, Kino 1

fake or feint #1 Saute ma ville
Chantal Akerman Belgien 1968 11 min
Sally’s Beauty Spot Helen Lee Kanada 1990 12 min
Razem Together Krzysztof Janicki, Marek Baranski Polen 1977 3 min
Amateur Hal Hartley USA 1994
OF zus. ca. 105 min

In SAUTE MA VILLE (Chantal Akerman, B 1968) wird die Küche mit ihren Gerätschaften für die Protagonistin, Akerman selbst, zum Ort einer obsessiven, aber offenbar ziellosen Aneignung mit resignativem Ausgang. Ein Leberfleck über der Brust einer asiatischen Frau dient in SALLY’S BEAUTY SPOT (Helen Lee, CA 1990) als Ausgangspunkt einer Dekonstruktion des Blickes auf die Schönheit asiatischer Frauen. Der polnische Animationsfilm RAZEM (Together, Krzysztof Janicki / Marek Baranski, PL 1977) kann mit seiner reduzierten grafischen Darstellung von sich bewegenden Richtungspfeilen als ein Kommentar gesellschaftspolitischer Abhängigkeiten und Prozesse gelesen werden. AMATEUR (Hal Hartley, USA 1994) In dieser grotesken Kriminalgeschichte, in der sich u.a. eine Ex-Nonne als Pornoschriftstellerin versucht, scheinen sämtliche Charaktere dazu bestimmt, auf der Suche nach einem neuen Leben ihr eigenes Begehren zu unterlaufen.

Programm 2: Montag, 16.03.2009, 20:00, Kino 1

fake or feint #1 Vorbasse Market and Horsefair
Gitte Villesen Dänemark 1994
Kiss The Girls: Make Them Cry Dara Birnbaum USA 1979
Quio: Grow Together, Rising Tide Christine Lang D 2008
Flat is Beautiful Sadie Benning USA 1998
#2 Wie gewohnt. Ein Versatzstück Eran Schaerf, Eva Meyer D 1997
zus. ca. 100 min
VORBASSE MARKET AND HORSEFAIR (Gitte Villesen, DK 1994) Bei einer spontanen Begegnung mit einem Mann auf einem Jahrmarkt setzt Gitte Villesen die Videokamera auch als Filter und Beschleuniger eines Dialoges ein, der auf spielerische Weise Geschlechterdifferenz verhandelt. In einer Montage von Ausschnitten aus einer TV-Gameshow werden in KISS THE GIRLS: MAKE THEM CRY (Dara Birnbaum, USA 1979) Mechanismen medial hervorgebrachter Unterordnung sowie die damit einhergehende Verbreitung stereotyper Gesellschaftsbilder vorgeführt. In dem Musikvideo QUIO: GROW TOGETHER, RISING TIDE (Christine Lang, 2008) treten zwei weibliche Gangs in einem HipHop-Battle gegeneinander an, wobei veränderte geschlechtsspezifische Handlungsweisen als gegeben vorausgesetzt werden. FLAT IS BEAUTIFUL (Sadie Benning, USA 1998) Unter Einsatz von Masken, Animationen und Zeichnungen wird in diesem Experimentalfilm vom Befinden und der Orientierungssuche eines elfjährigen Mädchens in einer Kultur erzählt, die von eindeutigen Genderzuschreibungen besessen scheint. Ins Zentrum von WIE GEWOHNT. EIN VERSATZSTÜCK (Eran Schaerf, Eva Meyer, 1997) rückt die afrikanische Khanga – ein Kleidungsstück, das erotische sowie politische Botschaften tragen kann. Diese wird zum Ausgangspunkt einer Erzählung zu Sprache und Ausdruck.

Programm 3: Montag, 23.03.2009, 20:00, Kino 1

fake or feint #1 After the Rehearsal
Eske Schlüters D 2008
Les exclus Elke Marhöfer D 2006
Transmission Attempts Florian Zeyfang D 1998
Looking For Mushrooms Bruce Conner USA 1959–67
Framed MM Serra USA 1985
Amy! Laura Mulvey, Peter Wollen 1980
#2 Passing the Rainbow Sandra Schäfer, Elfe Brandenburger D 2008
zus. ca. 104 min

AFTER THE REHEARSAL (Eske Schlüters, 2008) zeigt die Schauspielerin Delphine Seyrig in Probenmitschnitten aus Chantal Akermans Jeanne Dielman, 23 Quai du Commerce, 1080 Bruxelles. Zusammen mit isolierten Filmszenen bilden diese die Vorlage zu Betrachtungen über Formen des Einübens, die noch durch Versatzstücke theatertheoretischer Texte erweitert werden. LES EXCLUS (Elke Marhöfer, 2006): In einem Linienbus werden die Sprache der Macht und die Ordnungsmechanismen der Alltagswelt reflektiert. Dabei werden Elemente von Robert Bressons Film Le diable probablement (1976) übernommen und Parallelen zu den Ereignissen in den Pariser Vorstädten von 2005 gezogen. Der Animationsfilm TRANSMISSION ATTEMPTS (Florian Zeyfang, 1998) setzt sich in skizzenhaften Bildern mit der Rolle von Film und Video als politischem Medium auseinander. Gezielt eingesetzte Bildstörungen wirken dabei ebenso kommentierend wie distanzierend. Stakkatoartig werden in LOOKING FOR MUSHROOMS (Bruce Conner, USA 1959–67) Szenen von Conners und Timothy Learys Pilzsuche in Mexiko mit Aufnahmen aus San Francisco kombiniert. Untermalt mit dem “Tomorrow Never Knows” der Beatles. FRAMED (MM Serra, USA 1985) In einem experimentellen Zugriff verbindet MM Serra Aufzeichnungen aus dem urbanen Raum mit verführerischen Spielfilmbildern. AMY! (Laura Mulvey, Peter Wollen, GB 1979) Die Pilotin Amy Johnson flog 1930 in 19 Tagen allein von London nach Australien. Durch Filmmontage wird Johnson zur symbolischen Figur, anhand derer Gender-Aspekte und Prozesse der Legendenbildung hinterfragt werden. PASSING THE RAINBOW (Sandra Schäfer, Elfe Brandenburger, 2008) zeigt Szenen aus dem Alltag von Filmschaffenden in Afghanistan. Dabei sind es häufig inszenierte Szenen, die Handlungsräume an der Grenze von Realität und Fiktion eröffnen. In der Reflexion von Geschlechterverhältnissen funktioniert der Film dabei als Korrektiv eines westlichen Blicks. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit den beiden Filmemacherinnen.


 
 
 

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